2009

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Bedřich Smetana
1824 bis 1884

„Hubička“
(Der Kuss)

Oper in 2 Akten
Text nach einem Libretto von Eliška Krásnohorská

Uraufführung 1876, Prag

Musikalische Leitung: Roman Digion
Chorleitung: Sarah Nyffeler
Regie: Mengia Caflisch
Ausführende: 8 Solisten, Orchester, Chor


Die Oper

Der Kuss ist eine Dorfgeschichte aus dem böhmischen Wald, der tschechischen Umgebung und Musik verpflichtet. Und doch mit etwas Abstand betrachtet auch zeit- und ortlos eine Geschichte um Liebe, Enttäuschung, Sehnsucht, Eigenständigkeit, Familie, Konventionen und Volksglauben, in der sich die Figuren mit grosser Lebensechtheit und emotioneller Subtilität, eingebettet in eine auch musikalisch gezeichnete Umgebung, bewegen: Das Liebespaar, der Vater, die Bediensteten, Nachbarn, Freunde und Bekannte und die Schmuggler im nächtlichen Wald.


Handlung

eliska
Lukáš’ Frau ist vor kurzem gestorben, aber er braucht wieder eine Frau und hat auch eine im Auge, nämlich die grosse Liebe seiner Jugendzeit – Vendulka, welche er aus familiären Gründen nicht heiraten konnte. Daher wird er mit seinem Schwager Tomešin ihrem Haus vorstellig. Die Magd Barče und Tante Martinka unterstützen sie, während Vendulkas Vater zweifelt – die beiden jungen Leute haben beide harte Köpfe. Zunächst gibt es keine Schwierigkeiten. Erst als die beiden ihre Verlobung feiern, will Vendulka Lukáš nicht küssen, denn dies sei erst nach der Hochzeit statthaft, sonst würde die erste Frau in ihrer Totenruhe gestört. Verwandte und Nachbarn ziehen sich zurück. Lukáš ist ungläubig, bittend, schliesslich erbost, wirft mit Küchen­utensilien um sich und verzieht sich. Inzwischen wurde Lukáš’ Kind gebracht und Vendulka singt ihm ein Schlaflied. Lukáš kehrt mit einigen Musikanten und leichten Mädchen – alle betrunken – zurück und veranstaltet eine wüste Szene vor Vendulkas Fenster im Beisein des halben Dorfes. Um sie zu ärgern, küsst er auch noch andere. Sie flieht entsetzt und sucht Rat bei Tante Martinka. Diese nimmt sie zu den Schmugglern in den Wald mit. Im Wald lassen sich die Schmuggler von allen Seiten her erahnen. Vendulka, immer wieder von Furcht gepackt, begleitet ihre Tante tapfer und lernt allerlei Handwerk, zum Beispiel, wie man einen dümmlichen (wahrscheinlich österreichischen) Grenzwächter zum Wegsehen bringt. Lukáš – inzwischen ausgenüchtert, bereut tief und sucht Vendulka im Wald. Tomeš überredet ihn, sie um Verzeihung zu bitten und als Zeugen seiner Ernsthaftigkeit die Magd Barče und einige Nachbarn mitzunehmen. Der Schmuggler-Chef Matouš und Tante Martinka sorgen dafür, dass sich die Parteien im Wald treffen. Nun könnte es ein grosses Versöhnungsfest geben – Vendulka will Lukáš küssen, aber jetzt wendet er sich ab – aus Respekt für ihre Haltung. Endlich steht einem Verlobungskuss nichts mehr im Wege.

Musikkommentar

Heiko Schroeder (Meine kleine Anthologie tschechischer Musik 27.11.2004): « „Hubička“ ist eine Anthologie tschechischer Musik. Smetana brennt hier ein Feuerwerk ab, die Figuren sind so lebensecht gezeichnet, die Musik derart zündend, dass es eine wahre Freude ist. Die Reichhaltigkeit der Musik ist der „Verkauften Braut“ nicht nur gleichwertig, sondern in der Personencharakteristik dieser noch in einigen Details überlegen. Zudem: die Oper ist die erste durchkomponierte Smetanas. Es gibt also keine separaten Nummern (Verkaufte Braut, Zwei Witwen), auch wenn sie durchaus als Nummern noch erkennbar sind. Auch die Tänze sind nicht separat, sondern werden auf eine sehr originelle Weise zur Personencharakteristik herangezogen. Jetzt könnte der Leser Wagner vermuten, aber das ist nicht richtig. Smetana hat zwar viele Werkzeuge von Wagner übernommen, ist ihm aber nicht bedingungslos gefolgt, sondern hat mit Hubička einen eigenen, unverwechselbaren Opernstil geschaffen. Hubička ist trotz wagnerischer Mittel sehr weit von Wagner entfernt. Es ist eine der lebensechtesten Opern, und ein Hymnus an die Natur zugleich. Gustav Mahler liebte die Oper über die Massen, und versuchte sie in Deutschland durchzusetzen. Allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Die Ansichten von einer „dramatischen Handlung“ entsprachen nicht den westlichen Erwartungen. Ich empfinde Hubička als ein musikalisches Analogon zu Božena Němcová “Babička” (Großmutter), das 1855 erschien und Eindrücke aus Němcovás Kindheit in Böhmen unter der prägenden Obhut ihrer Großmutter beschreibt. (Dieses Werk gehört heute zur wichtigsten tschechischen Nationalliteratur). »


Mitwirkende

Lukáš, ein junger Witwer

Christoph Waltle, Tenor

Tomeš, sein Schwager

Remo Tobiaz, Bariton

Vater Paloucký, ein Bauer

Thomas Trolldenier, Bassbariton

Vendulka, seine Tochter

Ursina Leuenberger, Sopran

Martinka, eine alte Verwandte Vendulkas

Simona Rigling, Alt

Barče, eine Magd

Alexa Vogel, Sopran

Matouš, der Anführer einer Schmugglerbande

Francis Ben Ichou, Bass

ein Grenzwächter

Thomas Philipp Heierli, Tenor

Dirigent

Roman Digion

Konzertmeisterin

Kristina Heinimann

Violine

Jakob Blumer
Alain Canonica
Julia Gloor
Josephin Keller
Alina Georgiana Paducel
Dominique Polich
Maria Scheidegger
Kateryna Timokhina
Catrine Tobler
Lucia Witzemann

Viola

Otto Guggenbühl
Lina Karam Dor Abadi
Bernard Corazolla

Violoncello

Cécile Grüebler
Gaudens Bieri
Magdalena Dür
David-Emanuel Plamada

Kontrabass

Marcel Sigrist
Martina Rivola

Flöte

Fabio Dietsche
Iryna Gorkun
Brigitte Grether

Oboe

Anja Balmer
Stephanie Herzog
Ralph Schäppi

Klarinette

Martina Bannwart
Alexandra Ziegler
Heidy Huwiler

Fagott

Brigitte Brouwer
Martin Hirzel

Horn

Florian Hunziker
Rebecca Schuler
Andreas Hünermann
Flavian Imlig

Trompete

Albrecht Nissler
Yannick Wey

Pauke

Samuel Heer

Chor

Carola Berendts
Dieter Brönnimann
Theo Bucher
Flurin Cabalzar
Peter Driscoll
Bernadette Feisst
Ursula Girardin
Thomas Heierli
Irmy Hirzel
Françoise Jucker
Caecilia Kessler
Maria Krienbühl
Bernhard Maeder
Susanne Meyer
Helmut Müller
Ingrid Naef
Walter Oberer
Lilian Schärer
Isabel Schmid
Wolfgang Sorg
Flurina Stucky
Susanne Trunz
Laura Ullmann
Rita Welti
Benjamin Zwicky

Leichte Mädchen

Melissa Caflisch
Sophie Caflisch
Caecilia Kessler
Kathia Rota

ein Narr

Goggo Zweifel

Kinder

Andreas Alff
Laura Götschi
Dominique Naef
Michelle Naef
Liann Rüegg
Florian Rüegg

Musikalische Leitung

Roman Digion

Inszenierung, Ausstattung

Mengia Caflisch

Chorleitung

Sarah Nyffeler

Regieassistenz

Sophie Caflisch
Kathia Rota

Dramaturgie

Esther Fischer-Homberger
Sophie Caflisch

Tschechische Sprache und Kultur

Jiři & Anna Skripsky

Korrepetition

Tabitha Stähli
Alessandro Limentani
Roman Digion

Textbuch

Mengia Caflisch
Roman Digion
Alexa Vogel

Organisation

Mengia Caflisch
Roman Digion
Beat von Arx

Administration

Beat von Arx

Lichtdesign

Felix Naef

Technik

Melissa Caflisch
Cyril Caspar
Licia Huber
Felix Naef
Tobias Obrist
Marc Weiss

Untertitel

Christoph Waltle
Cyril Caspar

Theaterschreinerei

Christoph Waltle

Bühnenbau

Sänger und Sängerinnen
Melissa Caflisch
Mengia Caflisch
Roman Digion
Felix Naef
Theo Aeschlimann
Beat von Arx
Goggo Zweifel

Requisiten

Karl Engelhardt

Kostüme

Mengia Caflisch

Kostümassistenz

Simona Rigling

Theaterschneiderei

Barbara Jauslin
Yolanda Thomas

Frisuren, Maske

Vreni Hartmann
Margrit Häberling
Ingrid Naef
Mengia Caflisch

Webdesign

Simon Derungs

Programmheft

Remo Tobiaz
Beat von Arx

Zeichnungen

Anna Skripsky

Probenphotos

Jiři Skripsky
Beat von Arx

Plakat, Flyer

Melissa Caflisch
Beat von Arx

Media Relations

Mengia Caflisch
Francis Ben Ichou
Thomas Trolldenier

Reservation

Claudia Walser

Fundraising

Mengia Caflisch
Ursina Leuenberger

Verpflegung/Buffet

Heidi Thöni
Brigitte Walser
Marianne Gadient
Magrit und Peter Driscoll
Paula Götschi
& Teams

Bar

Daniela Keller
Iva Fornera
& Teams

Kuchenbäckerei

Nicole Lorengo